04.11.2015 | CO2ONLINE

Rücknahmepflicht für alte Elektrogeräte

Seit kurzem gilt das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Ab sofort können Verbraucher einen Großteil alter Geräte bei Händlern mit Verkaufsräumen ab 400 m² zurückgeben. So soll die Abfallmenge von wertvoller Elektronik im Restmüll verringert und die illegale Ausfuhr der Geräte ins Ausland gestoppt werden.

Der Toaster ist kaputt, die Waschmaschine schleudert nicht mehr oder ein neuer Kühlschrank muss her – doch wohin mit den Altgeräten? Viel zu häufig landen alte Geräte im Hausmüll oder an der nächsten Straßenecke. Doch so gehen nicht nur wertvolle in den Geräten verbaute Rohstoffe verloren, sondern es werden auch giftige Schadstoffe in den Restmüll eingebracht. Zudem wird Elektroschrott vielfach illegal ins Ausland transportiert, wo er häufig auf illegalen Deponien landet. Diesen Umstand adressiert nun das seit dem 24. Oktober geltende „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“, kurz ElektroG. Die Gesetzesnovelle verpflichtet nach den kommunalen Sammelstellen nun auch vermehrt Handel und Vertrieb zur Rücknahme alter Elektro- und Elektronikgeräte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dazu: „Mit dem neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz sorgen wir dafür, dass in Zukunft noch weniger alte Elektro- und Elektronikgeräte im Restmüll landen als bisher. Wir schaffen damit die Voraussetzung für ein hochwertiges Recycling und den Schutz wertvoller Ressourcen.”

Inhalte des neuen ElektroG

Konkret unterscheidet das neue Gesetz zwischen der Rücknahmepflicht von großen und von kleinen Elektro-Altgeräten. Bei großen Geräten, wie Kühlschränken, Geschirrspülern und ähnlichem, sind große Händler und Vertreiber von Elektro- und Elektronikgeräten verpflichtet, ein Altgerät beim Kauf eines neuen Gerätes zurückzunehmen. Kleine Geräte, bei denen keine Kante länger als 25 cm ist (wie beispielsweise Fön, Toaster oder elektrische Zahnbürste), müssen auch ohne Neukauf zurückgenommen werden. Als „große Händler“ definiert das ElektroG Geschäfte, die auf mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche Elektro- und Elektronikgeräte anbieten und Online-Händler mit einer ebenso großen Versand- und Lagerfläche. 

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes bleiben dem Handel neun Monate Zeit, um die Rücknahme im eigenen Geschäft zu organisieren. Die Stiftung Elektrogeräte wird in Kürze eine Liste aller Rücknahmestellen in Deutschland veröffentlichen.

Mehr Informationen zum neuen Elektrogerätegesetz geben die FAQs zum neuen Gesetz auf der Seite des Bundesumweltministeriums sowie das folgende Statement der Bundesumweltministerin