Stromverbrauch messen: So geht's

Zu wissen, wie viel Strom der eigene Haushalt verbraucht, ist ein wichtiger Schritt zum Stromsparen. Auskunft darüber gibt der Blick auf die jüngste Stromrechnung. Ist der Stromverbrauch höher als in vergleichbaren Haushalten, wird es höchste Zeit, sich mit der Geräteausstattung und deren Benutzung zu befassen. Aber selbst bei einem unterdurchschnittlichen Jahresstromverbrauch gibt es meist etliche Möglichkeiten, den Verbrauch deutlich zu senken und dadurch Stromkosten zu sparen.

Bevor man sich in teure Neuanschaffungen stürzt oder einen Familienstreit vom Zaun bricht, weil wieder ein Ladegerät ungenutzt am Strom hing, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Geräte tragen überhaupt wesentlich zur Stromrechnung bei? Welche sind häufig in Benutzung oder gar im Dauerbetrieb, wie zum Beispiel der Kühlschrank? Auch der Stand-by-Betrieb kann sich übers Jahr bei den Stromkosten bemerkbar machen. aber Wie kann man bei einzelnen Geräten den Stromverbrauch messen?

Stromverbrauch messen zuhause: Das bringen Stromverbrauchsmessgeräte

Es gibt zahlreiche Strommessgeräte oder Energiekostenmonitore, mit denen sich herausfinden lässt, wie viel Strom ein Gerät verbraucht und was das an Stromkosten verursacht. Um den Stromverbrauch zu messen, steckt man das Stromverbrauchmessgerät zwischen den zu testenden Verbraucher und die Steckdose. Auf der Anzeige des Messgerätes erscheint die momentane Leistungsaufnahme des Stromverbrauchers in Watt. Abhängig von der Betriebsdauer bzw. Dauer der Messung berechnet sich daraus der Stromverbrauch. Er wird in Kilowattstunden (kWh) auf dem Messgerät angezeigt. Manche Strommessgeräte ermöglichen zudem die Eingabe des Strompreises und zeigen so für jede Messung direkt die Stromkosten an. 

Es bietet sich an, zunächst die Geräte zu messen, die oft oder dauerhaft im Betrieb sind. Das können auch Geräte wie etwa Transformatoren von PC oder Stehlampe sein, denen man auf den ersten Blick gar nicht ansieht, dass sie abgeschaltet heimlich Strom verbrauchen. Machen Sie sich darauf gefasst, beim Stromverbrauch messen einige Überraschungen zu erleben.

Stromverbrauchmessgeräte richtig nutzen

Die Dauer jeder Messung mit einem Stromverbrauchsmesser sollte Rückschlüsse auf den jährlichen Stromverbrauch eines Gerätes ermöglichen. Kühlschränke und ähnliches schalten sich mehrmals täglich an und ab. Zudem beeinflusst das Nutzungsverhalten den Verbrauch: Wie oft wird die Tür geöffnet, wie oft kommen ungekühlte Lebensmittel hinein? Hier sollten Sie über mehrere Tage den Stromverbrauch messen. Üblicherweise dokumentieren Strommessgeräte die Messdauer. Einige berechnen daraus selbstständig den Jahresstromverbrauch des gemessenen Gerätes. Den Verbrauch von Waschmaschinen oder Wasserkochern misst man idealerweise mehrmals mit den eigenen Gebrauchsgewohnheiten, etwa der üblichen Temperatur oder Füllmenge. Mit der Nutzungshäufigkeit können Sie dann den jährlichen Stromverbrauch dieser Geräte abschätzen.

Manche strombetriebenen Geräte benötigen unmittelbar nach dem Anschalten deutlich mehr Strom als im Normalbetrieb. In diesem Fall erhält man nach der Warmlaufphase aussagekräftigere Messwerte. Für Geräte mit sehr geringen Stand-by-Verlusten, etwa Handy-Ladekabel, sind entsprechend sensible Stromverbrauchsmessgeräte nötig. Einige eignen sich nicht für die Messung solch geringer Wattzahlen.

Kaufen müssen Sie einen Stromverbrauchsmesser nicht unbedingt. Alternativ können Sie ein solches Gerät kostenlos bei vielen Verbraucherzentralen, Energie- und Klimaschutzagenturen oder lokalen Energieversorgern ausleihen. Erkundigen Sie sich über Ausleihmöglichkeiten in Ihrer Nähe in der Rubrik Energieberatung für Privathaushalte.

Energieverbrauch messen mit Smart Metern

Eine andere Möglichkeit, mehr über Ihren eigenen Stromverbrauch zu erfahren, bieten Smart Meter. Diese digitalen Stromzähler zeigen die Verbrauchsmengen und Verbrauchszeiten an, speichern sie in kurzen Intervallen ab und senden sie per Funk, über die Stromleitung oder über das Internet an den Messdienstleister. Herkömmliche Stromzähler liefern hingegen nur den  Gesamtstromverbrauch seit der Installation. Deren Zählerstand notiert einmal im Jahr der Ablesedienst. Kurzfristige Änderungen des Stromverbrauchs erfahren Sie damit nicht. Es sei denn, Sie lesen zwischendurch selbst den Zählerständ ab.

Smart Meter allein sparen noch keine Energie. Feedbacksysteme mit einer Datenübertragung auf Computer oder Smartphone helfen jedoch dabei. Sie machen etwa den nächtlichen Stand-by-Verlust, einzelne Tagesspitzen, Jahreszeitenverläufe oder einen kurzfristigen Anstieg des Stromverbrauchs sichtbar. Zudem wird der Erfolg einzelner Energiesparmaßnahmen deutlich. Das motiviert zum weiteren Sparen. So sind laut Studien Energieeinsparungen von fünf bis zehn Prozent möglich. 

Smart Meter werden von Messdienstleistern wie den örtlichen oder regionalen Energieversorgern und anderen Unternehmen angeboten. Der Anbieter muss nicht der Energielieferant sein. Messstellenbetreiber sind zudem eigentlich verpflichtet, Smart Meter im Angebot zu haben und diese in Neubauten einzusetzen; jedoch nur, wenn dies wirtschaftlich ist. Für Altbauten ist das Angebot derzeit noch sehr übersichtlich. Es gibt aktuell nur zwei bundesweite Anbieter für Smart Meter: Yello Strom und Discovergy.

Üblicherweise ist bei einem Smart Meter der Messpreis für die Bereitstellung und Datenaufnahme des Stromzählers höher als bei herkömmlichen Zählern. Bei einem Stromzählerwechsel fällt zudem eine Gebühr an. Da aufgrund der detaillierten Verbrauchsprofile Rückschlüsse auf das Verhalten des Stromkunden möglich sind, ist ein verantwortungsvoller Datenschutz bei den Anbietern von Smart Metern wichtig. 

Energieverbrauch messen mit dem Energiesparkonto

Um Transparenz in Ihren Stromverbrauch zu bringen, sind Sie nicht auf Smart Meter angewiesen. Das kostenlose Energiesparkonto macht ebenso Ihren Stromverbrauch sichtbar, speichert ihn und wertet ihn aus. Häufiges Eintragen Ihrer Daten ermöglicht detaillierte Auswertungen wie mit einem Smart Meter. Der Smart Meter von Discovergy kann übrigens ihre Daten direkt ins Energiesparkonto übertragen.

Das Energiesparkonto kann auch Ihre Verbräuche an Heizenergie, Wasser und Pkw-Kraftstoff sowie Photovoltaik-Erträge bewerten. Mit dem internetbasierten Konto verwalten Sie übersichtlich alle Daten, Rechnungen und Zählerstände zu Ihrem Energieverbrauch. Sie sehen auf einen Blick, wo und wann Sie wie viel verbrauchen, was das kostet und welche Sparmaßnahmen erfolgreich sind. Das Konto, das inzwischen auch als App erhältlich ist („EnergieCheck” von co2online), zeigt Ihnen, wie sich Ihre Kosten und Verbräuche in den vergangenen Jahren oder auch kürzeren Zeiträumen entwickelt haben. Und Sie erfahren, wie Sie im Vergleich zu ähnlichen Haushalten dastehen. 

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