Wattcher im Test: Alle Ergebnisse im Überblick

Der Wattcher ist ein ungewöhnlich designtes Energiemessgerät. Sein Sensor kann an jedem analogen oder digitalen Stromzähler angebracht werden. Über einen Sender funkt er die aktuelle Gesamtleistungsaufnahme an die Anzeigeeinheit, die sich an jede Steckdose anschließen lässt (maximale Entfernung: 20 bis 40 Meter). Leistungsänderungen durch das An- oder Abschalten von Geräten sind damit leicht abzulesen.

Der Wattcher zeigt zudem den Stromverbrauch der letzten 24 Stunden sowie den durchschnittlichen Tagesverbrauch der vergangenen beiden Monate an. Auch eine Abfrage der voraussichtlichen Stromkosten mit Änderungen gegenüber dem Vorjahr ist möglich. Das Gerät kostet (ohne weiteres Zubehör) rund 100 Euro.

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Testbericht Wattcher

Am Test des Wattcher haben sich neun Haushalte aus ganz Deutschland beteiligt. Zwei Wochen lang haben die Nutzer das Gerät unter die Lupe genommen. Im Schnitt hat der Wattcher 4,7 von 7 möglichen Punkten erhalten.

Für den Test wurde der Wattcher vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt.

Gebrauchsanleitung

Mit der beiliegenden Gebrauchsanleitung waren die Testhaushalte besonders zufrieden. Im Schnitt wurde sie mit 5,5 von 7 möglichen Punkten bewertet. Das ist der beste Wert der fünf Kategorien des Wattcher-Tests. Nur 2 der 8 Tester vergaben weniger als 5 Punkte.

Negativ aufgefallen sind kleinere Fehler oder Ungereimtheiten, die sich offenbar bei der Übersetzung aus dem Niederländischen eingeschlichen haben. Eine Testerin hat auf Nachfrage beim Wattcher-Support erfahren, dass zwei wichtige Hinweise fehlen:

  • Der Sender sollte nicht innerhalb eines metallischen Stromkastens abgelegt werden, sondern außerhalb.
  • Stahlbetondecken können die Reichweite des Senders stark reduzieren.

Sehr unterschiedlich waren die Erfahrungen mit dem Support für den Wattcher. Manche E-Mails blieben unbeantwortet, andere wurden selbst am Wochenende noch am gleichen Tag beantwortet.

Positiv aufgefallen ist die sehenswerte Videoanleitung zum Wattcher auf der Internetseite des niederländischen Anbieters.

„Die Anleitung ist sehr einfach geschrieben und beantwortet alle Fragen.“ (M. U. aus Iserlohn)

„Prinzipiell ist sie gut zu lesen, allerdings bemerkt man, dass sie aus dem Niederländischen übersetzt wurde. An einer Stelle ist sie leider nicht genau genug zu interpretieren, nämlich in der Box, in der die Sensitivitätsstufen des Wattcher beschrieben werden.“ (Hannah F. aus Potsdam)

Installation/Einrichtung des Wattcher

Auch Installation und Einrichtung gingen den meisten Nutzern einfach von der Hand. Bewertet wurden die beiden Schritte mit 5,3 von 8 möglichen Punkten. 3 von 8 Nutzern hatten jedoch Schwierigkeiten.

Schwer fiel diesen Nutzern vor allem das Anbringen des Sensors am analogen Stromzähler. Damit der Sensor die Umdrehung des Stromrädchens richtig erfasst, muss die Position genau stimmen. Dreht sich das Rädchen nur langsam, ist viel Geduld nötig, um die richtige Positionierung zu prüfen. Problematisch war zum Teil auch das Anbringen des Senders. Das sollte möglichst außerhalb des Zählerkastens geschehen. Das kann für Mieter schwierig sein, da sie im Keller oft nicht bohren dürfen.

Die anderen Nutzer hatten dagegen keine oder kaum Probleme bei der Installation und Einrichtung des Wattcher.

„Ich habe den Wattcher nach der Kurzanleitung montiert. Kinderleicht!“ (M. U. aus Iserlohn)

„Schön hätte ich auch gefunden, wenn dem Wattcher mehr dieser Klebestreifen zum Befestigen des Sensors am Zähler beigelegen hätten. So können auch Bekannte und Verwandte das Gerät mal ausleihen und an ihrem Zähler befestigen.“ (J. G. aus Salzgitter)

„Wir haben den Wattcher an einer Steckdose angebracht, die etwa in Hüfthöhe installiert ist, so dass das Ablesen auch im Vorbeigehen funktioniert.“ (Hannah F. aus Potsdam)

Handhabung/alltäglicher Gebrauch

Für die Handhabung und den alltäglichen Gebrauch des Wattcher wurden im Test im Schnitt 4,6 von 7 möglichen Punkten vergeben. Nur ein Nutzer vergab weniger als vier Punkte.

Irritiert waren einige Tester durch die pulsierende Anzeige des Wattcher. Je mehr Strom gerade verbraucht wird, desto schneller wechselt die Anzeige zwischen hell und dunkel. Das hat einigen Nutzern das Ablesen erschwert.

„Sehr durchdacht empfinden wir die pulsierende Anzeige, die umso schneller pulsiert, je mehr Strom verbraucht wird. Dies ermöglicht eine unmittelbare Rückmeldung und erzeugt eine deutlich emotionale Nähe zum eigenen Stromverbrauch, vielleicht auch deswegen, da das Pulsieren an einen Herzschlag erinnert.“ (Hannah F. aus Potsdam)

„Die Schrift wird abwechselnd heller und dunkler, ähnlich einem Blinken. Es irritiert anfangs etwas, aber der Hersteller wird sich sicher etwas dabei gedacht haben.“ (J. G. aus Salzgitter)

Funktionen des Wattcher

Die verschiedenen Funktionen des Wattcher wurden ebenfalls mit durchschnittlich 4,6 von 7 möglichen Punkten bewertet. Dabei waren sich die Nutzer weitgehend einige: Nur zwei vergaben weniger oder mehr als 4/5 Punkte.

Gefehlt hat vielen Nutzern eine Möglichkeit zum genaueren Auswerten der gesammelten Daten, zum Beispiel über eine USB-Schnittstelle.* Einige Nutzer hatten den Eindruck, dass geringe Änderungen beim Stromverbrauch kaum festzustellen sind. So sei die Suche nach kleineren Stromfressern oder Standby-Verbrauch kaum möglich. Änderungen würden zudem nur mit einiger Verzögerung angezeigt.

„Sehr gut: Nach ca. 30 Sekunden hat der Wattcher den Verbrauch auf dem Display, genauso schnell ist er aber auch wieder weg – zum Beispiel wenn der Wasserkocher sich automatisch abschaltet oder der Kühlschrank nicht mehr kühlt. Wo ist die Speichertaste/Rückruftaste?“ (R. G. aus Bad Berka)

„Sehr praktisch wäre es, wenn die Daten direkt an ein Computerprogramm übertragen werden könnten, so dass man den Zeitablauf der Daten visualisieren und dokumentieren könnte. Erst dann lassen sich Gewohnheitsmuster aufdecken und möglicherweise verändern.“ (Hannah F., Potsdam)

„Wenn kein neues Haushaltsgerät angeschafft wird, ändert sich der Verbrauch nicht, die Lebensgewohnheiten bleiben ja gleich. Insofern ist eine tägliche Kontrolle nur am Anfang spannend.“ (L. G. aus Berlin)

* Mit dem neuen Wattcher Datalogger gibt es inzwischen eine Erweiterung, die das Auswerten per Online-Portal und App ermöglicht.

Preis/Leistung

Am schlechtesten fiel die Bewertung des Wattcher in der Kategorie Preis/Leistung aus: 3,6 von 7 möglichen Punkten stehen hier im Schnitt zu Buche. Kein einziger Nutzer vergab hier die volle Punktzahl.

Begründet wird die Bewertung meist mit dem Preis des Geräts von derzeit rund 100 Euro. Dafür sind den meisten Nutzern der Umfang der Funktionen und die Möglichkeiten zur Auswertung des Stromverbrauchs zu eingeschränkt. Einige Tester argumentieren auch damit, dass sich das Gerät wegen ihres ohnehin geringen Stromverbrauchs erst nach vielen Jahren amortisieren würde. Mieter sehen das Problem, dass Sensor und Sender in einem gemeinschaftlichen Keller nicht vor Diebstahl geschützt sind.

„Ich finde den Preis ok. Würde aber überlegen, ob ich das Geld ausgebe, da mein Zähler öffentlich zugänglich ist und es nicht vor Diebstahl geschützt ist.“ (L. G. aus Berlin)

„Ich hätte mir das Gerät für diesen Preis nicht gekauft, da ich mir dadurch kein wirkliches Bild über meinem Stromverbrauch machen kann.“ (J. G. aus Salzgitter)

Wattcher

Die Wattcher GmbH ist ein Unternehmen aus den Niederlanden, das den Wattcher und dessen unterstützende Produkte entwickelt und vermarktet.

www.watcher.nl/de