Smart Meter Test: Produkte, Ablauf, Ergebnisse

Wer den eigenen Stromverbrauch kennt und einschätzen kann, hat schon wichtige Schritte getan, um effizient Strom zu sparen. Nun gilt es, sich den Verbrauch und vor allem die einzelnen Verbraucher genauer anzuschauen. Smart Meter und andere intelligente Messtechnik helfen dabei auf komfortable Weise.

Wenn Sie wissen, was im Haushalt wie viel Strom benötigt, können Sie unnötige Verluste etwa beim Stand-by-Betrieb erkennen und heimliche Stromfresser entlarven. Inzwischen gibt es dazu einige Hilfsmittel, die unterschiedlich differenzierte Aussagen über Stromverbrauch und Stromkosten ermöglichen.

Verschiedene Messtechnik – online und Funk

Die Stromsparinitiative hat drei Geräte einem Praxistest unterzogen: ein Smart Meter mit Internetanschluss und zwei Geräte mit Funkverbindung. 20 Haushalte aus ganz Deutschland berichten über ihre Erfahrungen mit dieser Strommesstechnik. Dazu haben die Testhaushalte im Frühjahr 2014 über zwei Wochen den heimischen Stromverbrauch aufgezeichnet und ihre Erfahrungen mit Anschluss, Handhabung und Nutzung der Geräte dokumentiert. Den Testern wurden die verschiedenen Geräte von Conrad, Discovergy und Wattcher kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach dem Test durften die Testhaushalte die Geräte im Wert von 100 bis 220 Euro behalten.

Testergebnisse: Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zu Smart Meter & Co.

1. Welche Vorteile haben intelligente Stromzähler?

Smarte Zähler sammeln laufend Zählerstände, werten sie aus und machen so den Stromverbrauch sichtbar. Das hilft beim Sparen und erleichtert die Suche nach Stromfressern. Vorteil gegenüber Messgeräten für die Steckdose: Auch Geräte ohne Netzstecker wie elektrische Durchlauferhitzer, Elektroherde und Beleuchtung lassen sich prüfen. Dank Display, Internet oder App haben Verbraucher die Stromkosten jederzeit minutengenau im Blick und werden nicht durch Nachzahlungen überrascht. Mit Zubehör lassen sich auch Photovoltaik-Anlagen überwachen.

2. Ist der Stromzähler für Smart Metering geeignet?

Am wichtigsten ist der Zugang zum Stromzähler, der sowohl analog als auch digital sein kann. Für ein Smart Meter sollte ein Internetanschluss oder eine Steckdose in der Nähe sein. Möglich ist auch das Setzen einer neuen Steckdose oder eine Mobilfunk-Verbindung. Bei den Test-Geräten mit Funkverbindung dürfen zwischen Sender am Zähler und Empfänger maximal 20 bis 40 Meter liegen.

3. Was kostet ein intelligenter Stromzähler?

Für die getesteten Geräte fallen einmalig zwischen 100 und 220 Euro an. Beim Smart Meter gibt es ab dem zweiten Jahr eine zusätzliche jährliche Grundgebühr von 35 bis 95 Euro. Zum Vergleich: Spart ein Dreipersonenhaushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung zehn Prozent, sinken die Stromkosten um 130 Euro.

4. Ist Smart Metering dauerhaft oder nur vorübergehend sinnvoll?

Ein Smart Meter ersetzt den herkömmlichen Stromzähler – mit einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren im Fall unseres Test-Geräts. Bei Kündigung baut ein Elektriker wieder den alten Zähler ein. Intelligente Zähler mit Funkverbindung nutzen dagegen den alten Zähler und es gibt keine Mindestvertragslaufzeit. Von den beiden getesteten Geräten mit Funk kann das eine von Laien angebracht und entfernt werden. Bei dem anderen muss für das Installieren am analogen Zähler laut Anleitung eine Fachkraft ran.

5. Welches Zubehör für den intelligenten Stromzähler ist nötig?

Der getestete Smart Meter kann kostenlos mit dem Energiesparkonto und der App EnergieCheck verbunden werden. Für die Geräte mit Funk ist kostenpflichtiges Zubehör erhältlich, das ebenfalls die Auswertung per Internet oder App ermöglicht. Für eines der Geräte im Test gibt es auch fernsteuerbare Messsteckdosen fürs Überwachen und Schalten einzelner Geräte. Für alle drei intelligenten Stromzähler sind Erweiterungen für Photovoltaikanlagen zu haben.

Praxistest Conrad GEO Ensemble

Die Energieanzeige GEO Ensemble von Conrad misst am vorhandenen Stromzähler die aktuelle Leistungsaufnahme und sendet die Daten an ein mobiles Anzeigegerät. Das Test-Paket enthält eine Ablese- und Sendeeinheit, ein Anzeigegerät mit Display, zwei Steckdosensensoren und Analyse-software.

Zum Test: Conrad GEO Ensemble

Praxistest Discovergy Stromzähler

Der Smart Meter von Discovergy ersetzt den alten Stromzähler. Er speichert die Daten und bereitet sie übersichtlich auf. Am Computer oder an mobilen Endgeräten sieht der Stromkunde unter anderem die Leistung einzelner Geräte, den aktuellen Gesamtstromverbrauch oder die anfallenden Kosten.

Zum Test: Discovergy Stromzähler

Praxistest Wattcher

Das Energiemessgerät Wattcher wird am vorhandenen Stromzähler installiert. Mit der mobilen Anzeigeeinheit kann der Nutzer an jeder Steckdose die momentane Leistungsaufnahme des Haushaltes ablesen und Änderungen durch das An- oder Abschalten von Verbrauchern unmittelbar nachvollziehen.

Zum Test: Wattcher